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Gambia


Little Big Game in Gambia – oder wie man Lehrgeld zahlt

Vom 28.12.99 bis 11.01.00 unternahmen wir, mein Freund Frank und ich nebst Familien, eine Reise nach Gambia. Ein spezielles Angelprogramm (5-tagestouren) konnte man gleich von Deutschland aus buchen. Im Katalog wurde gelockt mit Fängen von Marlinen, Barrakudas und Tarponen in viel versprechenden Größen (500/25/150 kg). Es wurden Top ausgerüstete Boote beschrieben, für die man den Preis gern bezahlt. Also rüsteten wir uns aus, mit allem was man für den Fang der ganz Großen braucht. Angekommen in Gambia folgte die erste Ernüchterung. Die Reiseleitung wusste nichts von unserem gebuchten Angelprogramm. Nachdem wir endlich die Termine für das Fischen mitgeteilt bekommen hatten fieberten wir der ersten Ausfahrt entgegen. Dabei waren 6 Tage Urlaub schon verstrichen. Endlich Sonntag! Wie stehen schon eine halbe Stunde in brütender Sonne vor dem Hotel und warten auf das Taxi, das uns zum Hafen fahren soll. Nach weiteren 30 Minuten hängen unsere Köpfe wie überreife Mangos an uns. Dann ein Anruf an der Rezeption. Boot defekt!!! Am nächsten Tag soll es weitergehen. Und tatsächlich, ehe wir uns versehen, sind wir im so genannten Hafen. Dort fragt man uns, ob wir uns heute besser fühlen. Die Leute im Hafen und unser Guide haben gestern auf uns gewartet. Man hat ihnen erzählt, dass es uns nicht gut geht. Eine wahre Meisterleistung an Organisation. Und dann die Boote! Wir glaubten im falschen Film zu sein. Außer ein paar Schwimmwesten war nichts an Bord. Die Ruten und Rollen könnten in jeder Raritätenecke einen besseren Eindruck machen. Auf 50 Meter Schnur waren 3 bis 4 Knoten. Zum Glück haben wir eigenes Gerät mitgebracht. Endlich auf dem Wasser. Nach 500 Metern Fahrt versagte der Motor. Aber unser Guide nahm es gelassen. Das passiert noch 3- bis 4-mal, aber dann läuft er. Der heutige Tag wurde eingeteilt in 2 Stunden Schleppen, 3 Stunden Ankern sowie nochmals 2 Stunden Schleppen. Wir fingen an unserem ersten Tag auf See  2 Barrakudas von 7 kg sowie einige Muränen und Barsche.
Am zweiten Tag hatten wir weniger Glück. Frank fing einen Barrakuda von etwa 6 kg und verlor noch zwei. Wir wollten doch die ganz Großen, aber mit diesen Booten. Da hatte man uns einen Mercedes verkauft und wir haben einen Trabant erhalten.
Der dritte Tag. Wir wollten doch unbedingt auf Tarpon fischen. Doch unser Guide erklärte all die Faktoren, die für den erfolgreichen Fang nötig wären (Tageszeit, Gezeiten, Köder u. s. w.). Also verschoben wir es auf die nächste Ausfahrt. An diesem Tag fingen wir nur einen kleinen Wels. Trotzdem freuten wir uns auf den nächsten Tarpontripp. Doch dank hervorragender Organisation Seitens unseres Reiseveranstalters wurden wir wieder nicht abgeholt. Voller Zorn stornierten wie die letzten Ausfahrten und forderten unser Geld zurück. In Gambia lässt es sich wirklich gut fischen. Wir haben viele tolle Fische gesehen, große Barrakudas, Snooks, Snapper, Haie und auch Tarpone. Gefangen von Einheimischen und von Anglern, die ihr Lehrgeld schon bezahlt hatten. Wenn man vor Ort ein Boot bucht, erhält man auch eines, was auf die große fährt mit ordentlicher Ausrüstung und zu einem fairen Preis. Für eine lokal gebuchte Ausfahrt bezahlt man nicht einmal ein Drittel des in Deutschland bezahlten Preises. Und die Organisation stimmt. Leider konnten wir keine weiteren Fahrten unternehmen, da die letzten Urlaubstage auf das Ende des Ramadans fielen und da sind alle die Einheimischen in Festtagslaune. Da dreht sich nichts mehr. Also packten wir unsere Big Game Ausrüstung wieder ein und versuchen es eventuell in einem anderen Jahr noch einmal.
Landkarte