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Jemen


Urlaustrip zum Little Big-Game 1997/98

Von Frank Zickmann  

Kontakt: Frank.Zickmann@gmx.de

Ende Dez. 1997 machten wir uns auf, mein Freund Peter und ich, in den Jemen den großen Fisch zu fangen. Alles klappte hervorragen die Fahrt nach Frankfurt, das einchecken und die letzten vier Bier im Schwarzwaldstübchen, die wir uns noch schmecken ließen, denn ab da gab es keinen Alkohol mehr. Leider verzögerte sich der Start um fast 2 Stunden, weil wir noch auf irgendeinen Scheich warteten, sodass wir unseren Anschlussflug von Sanaa an die Küste in der Luft trafen und nicht am Boden. Dies stellte uns vor die nächsten Probleme, denn der nächste Flug ging erst in 4 Tagen und wir wollten doch am nächsten Tag schon angeln. Nach einem langen Hin und Her (mit Englisch kam man auch nicht sehr weit), wurden wir in einen Hotel (4 Sterne  aber mit 4 ????) untergebracht. Für mich war es eine Wanzenburg, aber egal wir wollten ja angeln und da ist man ja nicht so empfindlich. Nach einer kurzen Nacht ging es dann, in schalla (So Gott will) mit einem Jeep und bewaffneter Begleitung auf die Piste über das Hochland, von Sanaa nach Al Mukalla unserem Ziel. Es war eine abenteuerliche Reise, mit bewaffneten Kontrollen (Wegezoll) von irgendwelchen Warlords aber trotzdem sehr interessant und eindrucksvoll. Noch zu erwähnen war das Kalaschnikow schießen in einem Wadi, das hätte man sich bei uns nicht wagen können. Rundum ist nur zu sagen die fast 1000 Km haben bei uns und unseren Hintern bleibende Eindrücke hinterlassen und so nach 15 Stunden hatten wir dann endlich unser Hotel in Al Mukalla erreicht. Nach der ersten Nacht in unserem Bungalow, ging es dann am Morgen mit unserem Guid von Andrees Angelreisen und unserem jemenitischen Skipper ,,Adel’’ zu unserem Boot und zur ersten Ausfahrt mit Einweisung. Bei der Ausfahrt aus der Bucht wurden die Ruten schon klar gemacht und die Jigs zogen ihre Bahn hinter dem Boot. Die Kulisse von Al Mukalla war noch gut zu sehen, als uns ein erstes  Krrr , aufschreckte. 3 Sekunden später sauste die Rolle, noch ein paar Meter Schnur abziehen dann den Bremshebel  hoch,  Anschlag. Fisch sitzt und die Rolle surrt weiter trotz eingestellter Bremse, ein wunderbares Gefühl. Nach so 100m kam der der Sail aus dem Wasser und tanzte darauf  und klatschte zurück. Doch was war das, die Leine war leider schlaff, Schnurrbruch (so ne Scheiße). Aber wir hatten unseren ersten Biss und schon einen Fisch springen sehen und das noch einer Stunde auf dem Wasser. Am nächsten Tag um 7°°Uhr ging es dann los, zwei unerfahrene Fischer, denn keiner von uns hatte schon mal einen Sail oder Thun gefangen und Skipper Adel, gingen auf große Fahrt. Unsere 4 Ruten waren schnell ausgebracht und die Jigs tanzten in verschiedenen Abständen im Kielwasser unseres Bootes. Skipper Adel stand im Heck neben dem Außenborder und beobachtete das Wasser. Plötzlich rief er ,,Farres’’ und änderte die Richtung, wir hatten leider nichts gesehen. Nach ca. 1 Km fahrt, fuhr er plötzlich eine große Schleife und siehe da im Kielwasser zeigte sich ein Sail, der meinen Köder auch attackierte. Ich löste Die Bremse, wie es mir gesagt wurde, dass der Jig abtaucht und der Sail ihn dann richtig nimmt. Der Sail nahm ihn vehement und startete voll durch, womit ich nicht rechnete. Das Resultat: Perücke, Schnurbruch und ein springender Sail mit meinem Jig im Maul.(Scheiße) Dieser Tag war nicht der Erfolgreichste Peter fing noch einen Dorado und Bonitos. Der nächste Morgen war gekommen, der Ramadan auch und unser Skipper Adel war nicht sehr frisch. Ihm vielen oft die Augen zu nach durchwachter Nacht. Mit viel Hoffnung an Bord stachen wir in See, denn wir hatten einen Bastelabend eingelegt und aus Peters Trickkiste uns einen Jig selber gebastelt. Nach kurzer Zeit und nicht mehr wie 7 Km fahrt, kam der Ruf Farres. Alle waren gespannt und plötzlich war der Sail da und meinen selbstgebauten Jig konnte er nicht widerstehen. Er attackierte den Jig mit seinem Schwert und als er ihn nahm, bremste ich die Spule mit meinem Daumen etwas an, damit es nicht wieder zur Perücke kommt. Nach einigen Metern Bremse rein Anschlag, sitzt und die Rolle läuft weiter. Er zog mir über 100m von der Rolle und dann sprang er ein wunderschönes Tier. Der Drill zog sich eine gute halbe Stunde hin mit vielen Sprüngen und wilden Fluchten. Zu Ende ging Ging es mit dem armen Fisch, mit einem beherzten Griff von Adel an das Schwert des Fisches und ein paar kräftigen Schlägen. Dann lag der erste Sail im Boot, da war der Urlaub für mich gerettet. Nun musste nur noch unser Peter einen Dicken fange, dies war leider nicht so einfach aber nach 4 Tagen wendete sich das Blatt, denn es ging auf Thunfisch. Erst liefen wir ein Fischerboot an um uns Sardinen als Köder zu besorgen und dann ging es los. Adel setzte das Boot vor den Schwarm Thunfische und wir senkten unsere Sardinen so auf 10m ab. Es dauerte nicht lange und an meiner Rute kam Bewegung, ein paar Meter Schnur gegeben Anschlag und ein kleiner Thun so von 10 Pfund kam zum Vorschein. Der Fisch war noch nicht richtig versorgt, da rappelte es bei Peter an der Rute, ein paar Meter Schnur geben und Anschlag. In diesem Moment kreischte die Multi, weil der Thun zog wie ein Stier nur in die Tiefe. So bei über hundert Meter kam er zum stehen und dann ging das Pumpen los. Endlich müsste der Dicke auch mal arbeiten und schwitzen, denn der Fisch war kein Schwächling. So nach einer halben Stunde harter Arbeit, viel Schweiß und einigen Kommentaren von mir hatte Peter ¾ der Strecke geschafft und der Thun wurde langsam schwächer. Weitere 10 Minuten Später war der Fisch unter dem Boot auszumachen wie er seine Kreise dreht und Adel war bereit zum Gaffen. Dann ging alles ganz schnell Adel Gaffte den Fisch und tötete ihn Außerbords und Peter hielt sichtlich ermüdet fast 80 Pfund Muskel in den Armen. Jetzt war die Welt in Ordnung. Die nächsten Tage fischten wir auch an der Riffkante, wo wir viele Barsche in den schönsten Farben fingen, richtig große Hornhechte und welche die wir nicht kannten. Am letzten Tag ging es noch mal auf Thun, bei etwas schlechteren Wetter mit Wind, ohne Sonne und ,,kalten´´ 27 °C und unser Adel hat die Thunfische wieder gefunden. Mein Dicker ließ seine Sardine in die Thunfischregion absinken und es dauerte nicht lang und es rappelte wieder heftig im Geschirr. Nach dem Anschlag ging der Thun wie gewohnt auf Tauchstation und die Plagerei begann von Neuen. Diesmal musste er sich aber noch ein bisschen mehr bemühen, da wir eine ziemlich starke Drift hatten und von der Rolle bestimmt schon 250 m im Wasser waren. Aber Peter hatte den Fisch nach 25 Minuten gut im Griff und kostete natürlich den Drill auf den letzten Metern aus. Adel gaffte den Fisch und Peter beförderte ihn, mit Adels kleinen Knüppel, in den Fischhimmel. Dies war der letzte Fisch unseres Trips in den Jemen. Zum Abschluss ist zu sagen: Es ist ein interessantes Land. Die Fischerei ist O.K., da man kurze Fahrstrecken zu den Fischgründen hat. Mit den moslemischen Gepflogenheiten, sollte man sich vertraut machen, um keine unangenehmen Überraschungen zu haben. Ein Wort noch zum Schluss. Fahrt nicht in der Zeit des Ramadans in den Jemen, da laufen die Uhren anders. Da klappt alles noch dem Motto ,,inschalla´´´ so Gott will. Aber meistens will Gott nicht.

Google Earth Bild
Landkarte