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Tschechien (2 Berichte)


Karpfenangeln in der Tschechischen Republik

Vorwort:

Es war Ende Juni, als Peter mir eine WhatsApp Nachricht sendete. Der Inhalt, ein Link zu einer Webseite von einem mir unbekannten See in Tschechien. Nach kurzem Blick war mir klar, da muss ich hin, am besten jetzt sofort. Also schnell den Schicht- und Urlaubsplan studiert und schon stand ein Termin fest. Peter konnte natürlich auch nicht widerstehen und wollte ein paar Tage mitkommen. Über die Webseite buchten wir die Stellen 11 und 12, welche sich laut Stellenbeschreibung im tieferen Teil des Sees befinden.
Am 21.Juli war es dann soweit. Wir wollten uns 10Uhr am See treffen. Ich hatte ein paar Minuten Verspätung, da auf meiner Strecke etwas Stau war und ich noch ein nettes Gespräch mit einer tschechischen Politesse führen musste. Für 16km/h zu viel darf man 18€ bezahlen.

Es geht los..:
Nachdem wir beide am See angekommen waren, schauten wir uns erst einmal alles in Ruhe an.
Toiletten, Dusche und Boote befindet sich in der Nähe vom Parkplatz. An dieser Stelle muss man sagen, dass sich alles in einem absolut neuwertigen und sauberen Zustand befindet. Von einem Guide war zu diesem Zeitpunkt nix zu sehen, deshalb beschlossen wir zu unseren reservierten Plätzen zu laufen. Nach ca. 600m erreichten wir Nr.12, welche wir eig. nur gebucht hatten, um flexibler mit 6 Ruten zu angeln. 100m weiter kam dann unsere Stelle 11. Diese war noch von einem netten polnischen Karpfenangler besetzt, welcher aber schon einpackte. Nach kurzem Smalltalk und ein paar sinnvollen Tipps verabschiedeten wir uns und liefen wieder zu den Autos. Es war bereits 11Uhr und von zuständigem Personal gab es immer noch keine Spur. Wir entschieden uns trotzdem alles in die Boote zu packen um damit zu der Angelstelle zu fahren. Kurz bevor wir fertig waren erschien dann auch der Guide und gab uns Paddel, Abhakmatte, Wiegeschlinge, Desinfektionsspray und einen Kescher.
Pünktlich 12Uhr war unser Platz frei und das große „Wühlen“ konnte beginnen. Wir entschlossen uns an beiden Krautfeldern zu angeln und an einer der Inseln. Schnell ein Bier geöffnet und ab ins Boot. Die auf der Webseite beschriebenen Plateaus haben uns nicht zugesagt. Als wir uns den Krautfeldern näherten, sahen wir schon die dicken Rücken stehen. Die erste Boje war noch keine 10s im Wasser und schon wackelte der Stab hin und her. Unglaublich. Auch eine große Schleie sprang uns fast ins Boot.

Peter konnte in der ersten Nacht schon einen tschechischen Karpfen fangen. Früh am Morgen verlor er leider noch ein weiteren im Kraut, danach blieben wir gleich wach und es wurde ausgiebig gefrühstückt. Der Tag verlief sehr ruhig und wir genossen die Ruhe. Wir beobachteten die vielen Enten, welche sich an unseren Bojen tummelten. Uns war klar, dass wir das ändern müssen um eventuell auch am Tag ein Fisch zu fangen, aber dazu später. Am frühen Abend, als die Sonne schon fast verschwunden war, ertönte dann plötzlich mein Bissanzeiger im Dauerton. Es gab kein halten und so zog auch dieser Fisch ins Kraut. Wir entschlossen uns vom Boot aus zu drillen und hatten Glück. Der Karpfen zog wieder ins Freiwasser und so konnte ich einen wunderschönen Schuppi an meiner 2,75lbs Rute müde drillen. Es war schon ein komisches Gefühl, denn uns schauten 8 andere Angler aus max. 150m Entfernung zu. Unser Guide besuchte uns nur wenige Minuten später und wollte wissen „wieviel Kilo?“ Wir erfuhren ebenfalls, dass die anderen Angler am See noch nix gefangen hatten. In der darauffolgenden Nacht konnte Peter zwei Schuppi‘s fangen, einer davon mit einer Länge von 1 Meter und 15kg.

Am Samstag beschlossen wir unsere Bojen von den Futterplätzen abzubauen und alles mit dem Futterboot zu fahren. Außerdem setzen wir eine Boje etwas abseits um die Enten zu täuschen. Der Plan ging auf und es dauerte nicht lange bis wir die ersten beiden Karpfen am Tag fangen konnten. Seitdem lief es sehr gut und bis Mittwoch landeten noch 14 weitere Karpfen im Kescher.

Fazit:
Der See ist noch sehr jung, das hat den Vorteil, dass man auf komplizierte PopUp Rigs verzichten kann. Durch die reichhaltige natürliche Nahrung im See sind es die Fische gewöhnt ihr Futter am Boden zu suchen. Man sollte auf gute harte Boilies und Tigernüsse setzen, denn es gibt extrem viel Weißfisch sowie kleine Karpfen. Wir hatten zum Glück nur ein K1 Karpfen am Haken aber andere Angler haben uns von weitaus mehr berichtet. Wir empfehlen das Tackle ins Boot zu laden und damit an die Angelstellen zu fahren. Der Guide besitzt aber auch ein Quad + Hänger. Um Batterien zu laden sollte man sein eigenes Ladegerät mitbringen. Man kann dies in der Toilette anstecken oder am Haupthaus. Leider ist beides nicht abgeschlossen und für alle Leute zugänglich. Die Karpfen wurden als sehr außergewöhnlich beschrieben und dass es kein Fisch gibt, der aussieht wie ein anderer. Na gut, das ist vielleicht etwas übertrieben aber die Karpfen waren trotzdem außergewöhnlich schön. Die Meisten hatten
zwischen 12-14kg. Alles in allem können wir Katlov bestens weiterempfehlen.


Der 2. Trip

Da ich Anfang Okt. noch etwas Urlaub hatte, entschloss ich mich noch einmal an den Katlov zu fahren. Der See ist auch bestens geeignet eine Weile alleine zu angeln. Das ganze Unterfangen entpuppte sich als etwas schwieriger als beim ersten Besuch. Ich buchte eine Stelle, die wir schon beim ersten Mal befischten, deshalb hatte ich einige Spots noch im GPS gespeichert. Zwei Futterplätze legte ich neu an. Innerhalb kurzer Zeit verlor ich zwei Fische auf einem neuen Platz im Kraut. Ich war erst mal deprimiert! Nützt nix, andere Schnur drauf weiter geht’s. Doch in der nächsten Zeit wurde der Platz nicht von Karpfen besucht. Mein Glück war, dass die Stelle neben mir frei wurde und ich die Möglichkeit hatte, einen mir bekannten Spot anzufahren. Ergebnis, zwei schöne Schuppis bis 16 kg. Leider ging dies nur eine Nacht gut, dann kamen neue Angler auf die Stelle. Dazu kam noch der extreme Wetterumschwung mit fast zwei Tagen Dauerregen und Tagestemperaturen um die 3 Grad. Dazu kühlte das Wasser innerhalb von ein paar Tagen von 16 Grad auf 11 Grad ab.  Doch ab und an brachte meine neue Futterstelle immer mal einen Fisch. Die anderen Spots blieben die ganze Zeit unangetastet. Im Freiwasser oder vor der Insel wollte kein Fisch beißen. Im Kraut fischen war extrem schwierig, da es nicht mehr zu sehen (außer auf dem E-Lot) und schon am Absterben war. Der Größte Teil des Gewässergrundes war mit dem abgestorbenen Kraut überzogen. So brachte nur der eine Spot vom Anfang regelmäßig Fisch, den ich dann mit der Geflochtenen Schnur auch viel besser unter Kontrolle hatte.
Unterm Strich, war ich noch zufrieden, bei diesen widrigen Bedingungen überhaupt etwas gefangen zu haben. Andere Angler am See hatten bei weitem nicht so viel Glück.


Bild bei Google Earth

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